Wie Kunden mit dem Pagerank irregeführt werden

 

Kein Witz: So wird heutzutage versucht Kunden für Suchmaschinenoptimierung zu ködern:

"Zurzeit haben Sie einen Pagerank von X. Dieser Wert ist ein Indikator für die Auffindbarkeit Ihrer Seite. Diesen Wert könnte man verbessern, um mit Keywords wie XXXX gut gelistet zu werden. Wollen Sie wissen, wo Sie bei Google stehen? Unsere Analyse ist selbstverständlich kostenfrei."

Diese Variante ist natürlich eindeutig zweideutig. Jeder halbwegs mit der Materie Vertraute weiss, dass der Pagerank mit dem tatsächlichen Ergebnis in den Suchergebnislisten nicht viel zu tun hat. Aber genau das wird mit dieser Ansprache suggeriert. Meine Güte, was scheinen diese Typen es nötig zu haben. Leider gibt es immer mehr von diesen schwarzen Schafen. Ich habe soviele zweitklassige und fadenscheinige Begründungen in Sachen verbessertes Ranking bei Google gesehen, dass ich so langsam ein Buch darüber schreiben könnte. Natürlich ist es auch schwer, entsprechenden Aussagen auf Ihre Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen. Es melden sich Programmierer, Designer, Texter, Verkäufer und noch einige andere, die glaubhaft machen können den heiligen Gral in Sachen Suchmaschinenoptimierung gefunden zu haben. Wenn dann noch dem Marketing Verantwortlichen einige Fachbegriffe um die Ohren geschmissen werden kapituliert dieser innerlich. – Schliesslich sind die Gesprächspartner ja "Fachleute", nicht wahr?

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Wenn dann noch ominöse Argumente auf Pagerank-Basis geführt werden und eine kostenlose Analyse angeboten wird (die scheinen ja was zu verschenken zu haben!?) kann man(n) schon schwach werden. Allerdings: Eine gute Analyse ist zeitaufwändig und hat Ihren nachhaltigen Wert. Insofern kann man ja auch schon anzweifeln, wie qualifiziert diese Analyse ist. Ich habe Fälle gesehen, da wurde die Homepage eines Kunden mit entsprechenden im Internet frei erhältlichen Diagnosetools überprüft und dieser automatische Scan wurde dann allen ernstes als Analyse angeprisen. – Für die Fehlerbehebung und Pagerank-Steigerung sollte dann natürlich schön in die Tasche gegriffen werden…

Wie man diese ganzen ominösen Angebote ausfiltern kann? – Referenzen zeigen lassen. Und zwar von mindestens 3 Keywords, die durchaus auch als 2er-Kombi gelten dürfen. Was aber nicht als Referenz durchgehen sollte, sind so Begriffe a la "Schnürsenkelhersteller für grün gefärbte Textilschnürsenkel aus Ostwestfalen-Lippe". Ich denke es sollte klar sein, dass zu solch aberwitzigen Keywords es keinerlei Schwierigkeit darstellt entsprechend zu ranken. Eine allseits bekannte Firma aus Frankfurt (hat sich jetzt einen neuen Namen zugelegt) geht tatsächlich mit solchen Begriffen auf Kundenfang. Da erscheint die Irreführung mit dem Pagerank ja geradezu als Petitesse…


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5 Kommentare zu “Wie Kunden mit dem Pagerank irregeführt werden”

  1. martina
    28. Februar 2010 um 09:53

    Pagerank ist eines der Argumente, die immer wieder genommen werden, um Kunden dahin zu bringen das Sie denken es wäre das einzig wichtige. Wenn man diese Kunden allerdings im Nachhinein fragt, welche Verbesserungen denn mit einem höheren Pagerank eingetreten sind bekommt man selten eine positive Antwort. Diese Kunden sind es die dann dankbar auf jeden zugehen der mit einer Seitenoptimierung jedweder Art dafür sorgt das sich doch noch etwas verändert.

  2. Mike@Haarentfernung
    1. März 2010 um 15:04

    Tja, wer nichts weiß muss alles glauben. Meistens haben die Kunden eben zu wenig Ahnung von SEO, um irgendein Benchmarking durchzuführen. Unwissenheit zahlt sich eben nicht aus.

  3. Andreas
    9. März 2010 um 21:53

    Mit solch abstrusen Keyword-Kombinationen ist es in der Tat leicht, eine gute Suchmaschinenkombination zu erzielen. Helfen würde das aber wenig, denn wer sucht schon nach so etwas? Daher sollte man wirklich nur gängige Keywords als Referenzen gelten lassen, ansonsten fällt man leicht auf selbst ernannte Spezialisten rein, die eigentlich auch nicht mehr Ahnung haben als jeder Internetnutzer, der mal in einem Seo-Blog gelesen hat.

  4. Carsten
    24. März 2010 um 21:11

    Ach geht das nicht mehr mit dem meta name=”gg.pagerank” ?? – wer in dem Zusammenhang mal schmunzeln will: http://www.larskasper.de/webdesign/tips/meta-pagerank/

    Aber ganz ohne Spass – ganz tot reden wollen wir den Pagerank mal nicht… (natürlich auch nicht überbewerten) – nur Keywörter interessieren den PR halt nicht und haben noch nie interessiert ;-)

  5. Chris
    14. August 2011 um 01:36

    Hallo René,
    obwohl meine Seite einen PR4 (vor Domainnamenänderung) hatte, wurde ich auch diverse male von SEO- Firmen angeschrieben.

    Anfangs fand ich das Ganze noch ziemlich nett, aber inzwischen empfinde ich das ganze als sehr lästig, immerhin weiß ich offenbar wie man einen ordentlichen PR generiert :D

    PR ist in meinen Augen bedeutungslos geworden und es ist viel wichtiger gut zu ranken und hier spielt der PR nur eine marginale Rolle.

    Chris

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