Telefonnummer im Impressum nicht erforderlich

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden: In einem Impressum ist keine Angabe der Telefonnummer erforderlich! Jetzt bin ich mal gespannt, wie sich dies auf die deutsche Rechtsprechung auswirkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die deutschen Gerichte diese Entscheidung zwar zur Kenntnis nehmen aber dennoch weiterhin munter gegensätzlich entscheiden. Denn in nationales Recht ist diese Entscheidung noch nicht umgewandelt. Hat aber zweifellos richtungsweisenden Charakter.

 

Allerdings ist dieser Entscheidung für einen gewerblichen Anbieter nur bedingt sinnvoll. Aus anderen Projekten hat sich gezeigt, dass die Angabe einer Telefonnummer absolut umsatzfördernd ist und zum Kauf motiviert. Selbst schuld, wer als Unternehmer im Impressum keine Telefonnummer angibt – er verschenkt damit Umsatz! 

 

Etwas anders sieht es für private Anbieter aus. Hier ist die neue Lage durch den EuGH sinnvoll und begrüßenswert. Somit muss nicht in jeden privaten Blog auch eine Telefonnummer rein, die Call-Centern die Nummer frei Haus liefert und man dann am Wochende sich mit ach so tollen Gewinnen und Gratisangeboten per Telefon konfrontiert sieht. Hier wird durch den Wegfall der zwangsweisen Angabe der Telefonnummer nun etwas mehr die Privatsphäre geschützt. Worum es bei dem ganzen Impressumskram im Hintergrund geht, ist doch immer das gleiche: Eine gerichtsverwertbare und somit ladungsfähige Adresse des Betreibers einer Website vorliegen zu haben. Dafür ist wohl kaum eine Telefonnummer erforderlich…


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4 Kommentare zu “Telefonnummer im Impressum nicht erforderlich”

  1. Crazy Girl
    6. Januar 2009 um 17:29

    Ich wäre ehrlich gesagt glücklich, wenn die deutsche Rechtssprechung das auch so sehen will. Selbst in meinem Shop ist von “Umsatzförderung” in Sachen Telefonnummer nichts zu bemerken. Der Umsatzförderungswunsch beschränkt sich hauptsächlich auf die Anrufer, die zu 99% aus Menschen bestehen, die mir sinnloses Zeug verkaufen wollen, von Aloe Vera über Wein, Lose und sonstigen Sch…
    Wenn sich mal ein Kunde ans Telefon verirrt, dann kann ich schon fast davon ausgehen, dass es sich hier um einen netten Abmahnanwalt handelt, der kuckt, ob ich nicht vielleicht doch etwas von mir gebe, was abgemahnt werden könnte…

    Aber noch was anderes… Du sprichst von privaten Webseiten. Sobald aber Anzeigen auf einem Blog geschaltet sind ist nix mehr mit privat sondern gewerblich. Damit dürfte das Prädikat “privat” auf nur noch sehr wenige Domains zutreffen.

  2. René
    6. Januar 2009 um 18:16

    Das mit dem Anzeigen schalten stimmt natürlich. Wenn man Einnahmen erzielen will, und dementsprechend am Markt auftritt ist von einer unternehmerischen Tätigkeit mir Gewinnerzielungsabsicht auszugehen und nicht mehr von einem Hobby.

    Aber um hier noch einen anderen Aspekt reinzubringen: Selbst ein gekaufter Link in einem Blog o.ä. macht den ganzen Spaß zu einem Betrachtungsobjekt der Fiskalritter…

  3. Crazy Girl
    8. Januar 2009 um 10:04

    Stimmt, auch wenn manch einer noch so gerne behauptet “privat” – so schnell kann man gar nicht kucken wie aus privat gewerblich geworden ist. Reicht schon 1ct Einnahmen… oder auch nur der Wille zu Einnahmen, der bekanntlich mit Seiten wie “hier werben” bekundet wird.

  4. René
    8. Januar 2009 um 12:05

    So isses! Da werden sich noch einige wundern…

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