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Hilfe zum erstellen eines Impressums für Blogs und Homepages

Viele der Besucher von diesem Blog suchen nach Informationen, wie man ein rechtssicheres Impressum erstellt. Jetzt bin ich kein Rechtsanwalt und kann in dieser Frage natürlich keine rechtsverbindlichen Auskünfte geben. Was aber dennoch den meisten weiterhelfen dürfte, sind die Informationen aus dem Bundesjustizministerium in Bezug auf eine Pflicht zum Erstellen eines Impressums.

Dieser Leitfaden für ein Impressum ist einfach zu lesen und enthält die wichtigsten Informationen. Allerdings steht auch selbst in dieser Broschüre direkt im ersten Absatz "Die Hinweise können nicht alle erdenkbaren Fallgestaltungen abdecken und keinesfalls eine rechtliche Beratung im Einzelfall ersetzen." – Alles klar!? Zumindest dürften die Anwälte aus dem Justizministerium damit für weitere Umsätze bei Ihren beratenden Kollegen aus der gleichen Zunft sorgen.

Vom Prinzip her ist der Sinn eines Impressums eigentlich relativ einfach: Es soll den Verantwortlichen rechtlich "greifbar" machen, wenn etwas nicht in Ordnung ist.  Dies erfordert dann natürlich dort einige Kontakt-Informationen. Welche das dann genau sind ist immer auf den Einzelfall abzustimmen. Im Zweifelsfall besser etwas mehr Angaben reinschreiben als weniger. Da aber an die Kennzeichnungspflicht immer neue Anforderungen gestellt werden, sollte man sich von Zeit zu Zeit auf dem Laufenden halten. Empfehlenswert sind dafür Newsletter von entsprechenden Rechtsanwälten.

Ist Nutzung kostenloser Fotos mit CreativeCommons-Lizenz abmahnsicher?

Häufig brauch man zur Veranschaulichung seiner Blogposts oder Homepage bzw. Printprodukte guten Foto-Content. Sprich: Bilder und Fotos. Nur betritt man bei der Nutzung dieser Fotos ein juristisches Minenfeld, bei dem selbst erfahrene Juristen ins schlingern kommen können. Es gibt zwar die Creative-Commons-Lizenzen (CC) die u.a. bei Flickr zum Einsatz kommen und die man verwenden darf, die jedoch nicht frei von Rechten Dritter sind. Konkret: Es besteht trotz einer CC-Lizenz Abmahnungsgefahr! Es reicht nämlich nicht aus, wenn nur z.B. der Fotograf eines Bildes die Rechte per CC freigibt!

Wenn nämlich ein Foto mit einer Person gemacht worden ist, ist zwar das Foto an sich per CreativeCommons frei zur Nutzung vom Fotograf gestellt worden, allerdings hat die abgelichtete Person auch Rechte! Und hier kann es teuer werden, wenn man diese Rechte nicht beachtet hat. Deswegen sollte man immer auch Rechte Dritter in Erwägung ziehen, die bei der Nutzung eines CC-Fotos berührt werden können. Beispiele dafür sind die Aufnahmen von ein Haus, einer Skulptur, eines Künstlernildes etc. hier sind vor einer Aufnahme sicherheitshalber die Rechte-Inhaber um Genehmigung zu fragen. Natürlich idealerweise schriftlich, damit man auch was in der Hand hat. Sehr schön erklärt ist diese nicht ganz einfach zu verstehende Materie im Advisign-Blog. Und zwar hier (Teil1) und hier (Teil2). 

Also im Zweifel bei der Nutzung eines Bildes mit CC-Lizenz auch die Rechte der abgebildeten Personen oder die Rechteinhaber der Objekte berücksichtigen! Sonst kann es teuer werden.

Abmahnung schreiben? Wenn Sie mit dem Echo leben können…

*** UPDATE 13.03.2009 : Seoline nimmt die Abmahnung gegenüber Sistrix zurück ! Vernunft siegt also doch letztendlich… ***

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Es verwundert mich immer wieder, dass manche Unternehmen einer Abmahnung anscheinend einen sehr hohen Stellenwert beimessen. Im Einzelfall mag des sicher gerechtfertigt sein, allerdings zeigen die jüngsten Erfahrungen mit der Bahn und C&A einen gänzlich gegenseitigen Effekt.

Nun hat es auch eines der renommiertesten SEO-Blogs aus Deutschland getroffen: Sistrix aus Bonn. Die Firma Sixtrix wurde  mit einer Abmahnung von einer Kölner SEO-Agentur "beglückt". Nun sind gewisse Rivalitäten im SEO-Umfeld nichts aussergewöhnliches, da die Branche einerseits lukrativ, andererseits knallhart ist. Du bist gut oder nicht. – 1 oder 0 halt. Digital eben. Allerdings läuft bzw. lief das bisher weitestgehend auf der sportlichen Ebene ab. Nun hat besagte Kölner Firma eben die Justiz mit ins Spiel gebracht

Sicher aus deren Sicht nicht unbegründet, da auf dem entsprechend kritisierten Blogbeitrag von Sistrix Domains genannt wurden, die von der Kölner Agentur betreut worden sind (mittlerweile unkenntlich gemacht). Aufgrund gewisser Umstände sind die betreuten Domains im Ranking zu bestimmten Suchbegriffen sichtbar abgefallen. Pikanterweise hat eine vermeintliche Kundin (ob sie tatsächlich Kundin ist weiss ich nicht) im Sistrix-Beitrag eine ausserordentliche Vertragskündigung der verantwortlichen Kölner SEO-Agentur verlautbaren lassen.

Das die Kölner Agentur nun Handlungsbedarf sah kann wohl jeder nachvollziehen. Ob eine Abmahnung allerdings in diesem Zusammenhang das Richtige ist/war darf bezweifelt werden. Es haben einige Blogs Stellung zu dem Vorgang bezogen. Um diese hier zu nennen:

Seoline mahnt Sistrix ab (fridaynite.de)
Randnotiz: Seoline vs. Sistrix (ice-blog.de)
Seoline GmbH übt sich im Abmahnungs-Linkbait – kleines 1×1 (randolf.jorberg.de)
Seoline vs. Sistrix (seo-radio.de)
Seoline GmbH mahnt Sistrix ab (internetmarketing-news.de)
Sistrix wurde abgemahnt (netbuzzr.com)
David gegen Googliath | SEOline mahnt Sistrix ab (cyb.de)
Wenn sich SEO Agenturen selbst das Genick brechen (adclicks-agent.de)
SEOLine mahnt SISTRIX ab (mobile-seo.de)
Seoline mahnt Sistrix ab (seokratie.de)
Seoline GmbH mahnt Sistrix GmbH ab (wowbagger.de)
Sistrix wurde von Seoline abgemahnt (netzgemein.de)
SEOline mahnt Sistrix ab – Anti-Linkbait – Wie man Mitbewerber stärkt (kropi.de)
Post von Seoline bei Sistrix (eisy.eu)
Krieg im SEO-Wölkchen: Seoline (shakwave.de)
Abmahnung für Sistrix durch Seoline (seo.de)
Selbstmord aus Angst vor dem Tod (stoibaer.de)
SeoLine GmbH mahnt Sistrix ab (suchmaschinen-optimierung-seo.info)
Seoline mahnt SISTRIX ab (interaktiv-net.de)
Blogschrott-Award für SeoLine (blogschrott.net)
SEOline Linkbait durch Sistrix Abmahnung (seo-woman.de)
Schon doof wenn der eigene Firmenname nicht mehr in Google auftaucht (meinungs-blog.de)
Online Reputation – schwer erreicht – schnell verspielt (webdesign-in.de)
Seoline mahnt Sistrix ab (baynado.de)
Abmahnungen im Internet – Sein oder Nichtsein? (mirzoian.com)
Reputation Suicide 2.0 (milchrausch.de)
Seoline mahnt Sistrix ab (florian-stelzner.de)
Sistrix bekommt eine Abmahnung von Seoline (seo-nation.de)
Seoline mahnt Sistrix ab (thafaker.de)
Sistrix-Abmahnung schlägt große Blog-Wellen (internetworld.de)

Somit schreiben bis jetzt um die 30 (!) Blogs über den Vorfall und breiten die Materie im Internet für jeden lesbar aus. Ob sich die Kölner mit der Abmahnung wirklich einen Gefallen getan haben? Ganz nebenbei erwähnt, findet man die Firma unter ihrem eigenen Firmennamen nicht mehr unter den Top 10 bei Google. Das ist schon heftig, da genau dies der Kern-Geschäftszweck des Unternehmens an sich ist – die promininte Platzierung zu einem Suchbegriff in der Google-Suche. Man kann als SEO schwerlich seine Fähigkeiten gegenüber Dritten verargumentieren, wenn man nicht mal unter dem eigenen Namen in den Google Top-10 gefunden wird. Da hilft auch die einsam geschaltete Adwords-Anzeige nicht mehr so viel.

Eigentlich schade, da ich von der Kölner Agentur bisher eigentlich einen professionellen Eindruck hatte. Das man dann unter Berücksichtigung dieses aktuellen Sachverhaltes dann auf deren Website von Online-Reputations-Management schreibt, klingt dann irgendwie etwas befremdend. Zitat:

"Die strategische Überwachung und Steuerung des Rufes Ihres Unternehmens bzw. Namens sollte bei einem Online-Auftritt oberste Priorität besitzen. Ein einmal geschädigter Ruf kann zukünftige Aufträge und Verkäufe verhindern und einen nicht absehbaren Schaden anrichten. Haben Sie einen Verdacht auf Reputations-Schädigung, ist strikt angeraten, so schnell wie möglich zu handeln." Quelle:Unternehmensseite

Der Vorgang sollte exemplarisch sein, was passieren kann wenn man zu einer Abmahnung greifen möchte. Wenn man mit dem Echo leben kann und ein dickes Fell hat, einem egal ist was die Kunden über einen denken und man seine Schäfchen schon im trockenen hat dann könnte man vielleicht ohne weiteres zu einer Abmahnung greifen. Ansonsten kann man sicher auch zu anderen Mitteln greifen, um den unangenehmen Sachverhalt relativ geräuschlos über die Bühne zu bringen. Zudem: Wer sagt denn, dass nicht SIE morgen Opfer einer vermeintlich begründeten Abmahnung werden? Da wäre man/frau als Betroffener vielleicht auch einer anderen Herangehensweise aufgeschlossener.

Haben Sie immer noch Lust eine Abmahnung zu schreiben?

Telefonnummer im Impressum nicht erforderlich

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden: In einem Impressum ist keine Angabe der Telefonnummer erforderlich! Jetzt bin ich mal gespannt, wie sich dies auf die deutsche Rechtsprechung auswirkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die deutschen Gerichte diese Entscheidung zwar zur Kenntnis nehmen aber dennoch weiterhin munter gegensätzlich entscheiden. Denn in nationales Recht ist diese Entscheidung noch nicht umgewandelt. Hat aber zweifellos richtungsweisenden Charakter.

 

Allerdings ist dieser Entscheidung für einen gewerblichen Anbieter nur bedingt sinnvoll. Aus anderen Projekten hat sich gezeigt, dass die Angabe einer Telefonnummer absolut umsatzfördernd ist und zum Kauf motiviert. Selbst schuld, wer als Unternehmer im Impressum keine Telefonnummer angibt – er verschenkt damit Umsatz! 

 

Etwas anders sieht es für private Anbieter aus. Hier ist die neue Lage durch den EuGH sinnvoll und begrüßenswert. Somit muss nicht in jeden privaten Blog auch eine Telefonnummer rein, die Call-Centern die Nummer frei Haus liefert und man dann am Wochende sich mit ach so tollen Gewinnen und Gratisangeboten per Telefon konfrontiert sieht. Hier wird durch den Wegfall der zwangsweisen Angabe der Telefonnummer nun etwas mehr die Privatsphäre geschützt. Worum es bei dem ganzen Impressumskram im Hintergrund geht, ist doch immer das gleiche: Eine gerichtsverwertbare und somit ladungsfähige Adresse des Betreibers einer Website vorliegen zu haben. Dafür ist wohl kaum eine Telefonnummer erforderlich…

Abmahnung wegen falschem Impressum vermeiden

Ist ja eigentlich ein Dauerbrenner: Abmahnung wegen falschem Impressum. Dank des Themas werden Legionen von Rechtsanwälten beschäftigt. Ist eigentlich schon nachvollziehbar, dass wenn man etwas in die Welt setzt (Blog-Post, Artikel etc.) auch dafür Verantwortung übernimmt. Mittlerweile dürfte diese Denke ja (zwangsweise) bei allen Usern angekommen sein. Es ist aber eine Sache sich mit der Impressumspflicht zu beschäftigen bzw. zu bejahen und eine andere Sache diese Erkenntnis auch entsprechend umzusetzen. Wie bekannt ist, gibt es zu dieser Thematik ja genug Fussangeln. Stellt sich nur die Frage: Wie kann ich als Otto-Normal-User nun ein entsprechend valides Impressum erstellen? Mir ist die Tage der Impressum-Generator aufgefallen.

 

Was mir dabei gefällt: Der Generator ist für die unterschiedlichsten Userkategorien (Unternehmer, Privatpersonen, Gemeinnützige Einrichtungeb etc.) einsetzbar. Zudem ist auch noch ein Datenschutzhinweis integriert. – Und ohne einen solchen Datenschutzhinweis sollte keine Website mehr online gehen, sofern sie zum Beispiel Google Analytics als Statistiksoftware für die Besucherauswertung nutzt. Somit wird auch die potentielle Gefahrenstelle "Datenschutzhinweis" abgedeckt. Allerdings wir auf der Seite des Impressum-Generators nicht ohne Grund geschrieben, dass das Abmahnrisiko bei der Benutzung des Generators "minimiert" wird – also NICHT vollständig ausgeschlossen. Das liegt aber auch in der Natur der Sache. Das Internet und die verrückten deutschen Urteile in Sachen Kennzeichnungspflicht im Internet sind dynamisch – da ändert sich immer was. Von daher kann es auch im Extremfall sein, dass wenn man für teueres Geld einen Anwalt beauftragt hat, der ein wasserdichtes Impressum erstellt hat, dieses Impressum durch ein neues Gesetz mit Änderungen hinsichtlich des Impressums einen Tag später wieder abmahngefährdet ist. Das typische Hase/Igel Spiel.

 

Es gibt aber auch einen Weg, 100%ig keine Abmahnung wegen falschem Impressum zu bekommen. Aber das würde etwas über diesen Beitrag hinausgehen… ;-)